Bringt uns Vergleichen weiter?

Bringt uns Vergleichen weiter?

Zurück von meiner Business Reise nach Bayern hier mein Haupteindruck den ich vermitteln möchte:
Auch wenn Bayern natürlich sehr verwandt der österreichischen Lebensart und Kultur ist, sind wie überall Unterschiede, Einzigartigkeit, Verbindendes und Trennendes zu finden. Doch schauen wir in größeren Dimensionen von Ländern und Kontinenten oder konträr in kleineren Städten, Dörfern, Gemeinschaften, Familien, dem Nächsten ist das ebenso. Im Alltag erkennen wir den gemeinsamen Nenner Mensch nicht so in seiner Einzigartigkeit und Verschiedenheit als wertvoll, denn wir verstricken uns in Vergleiche und daraus resultierende Mutmaßungen und Beurteilungen.

Wenn ich durch meinen Business Trip, wieder etwas herausgerissen aus dem Alltag, etwas erkennen durfte, dann ist das:
Wie herrlich ist es, anders sein zu dürfen und selbst nicht beurteilen zu müssen und es zu genießen, wenn ich nicht beurteilt werde, sondern die Unterschiede als Kraft des Einzelnen zu erkennen, der mit seinem Kraftanteil einem großen Ganzen dient.

Der Vergleich mit einem Anderen macht uns nicht sicherer darin, wer wir selbst sind. Sonst würde es nicht so viele geben, die auf der Suche sind und sich selbst noch nicht gefunden haben. Denn Vergleichsmöglichkeiten haben wir täglich Millionen. Der Blick in uns selbst, die Konzentration auf die ureigene Motivation, die eigenen Vorlieben und Stärken, der Drang, bestimmte Dinge zu erleben oder zu erschaffen, macht uns aus.
Es ist so befreiend zu wissen, wer wir sind, und lassen wir die Anderen, ob es sich um den Nächsten, ein Unternehmen, eine Gemeinschaft, ein Dorf, eine Stadt, ein Land und in welche Dimensionen wir sonst noch denken, so sein wie diese sind. Lernen wir damit umzugehen, flexibel zu sein und nicht durch Vergleiche der Unterschiede uns besser oder schlechter darzustellen, sondern die Stärken der Anderen zu nutzen, um miteinander etwas Großes zu machen.

Der Unterschied allein macht uns nicht anziehend – Menschen, die mit uns etwas gemeinsam tun und mit uns an der Verwirklichung unseres Zieles arbeiten, gibt es nicht. Es gibt nur Menschen, die Ihre eigenen Ziele verfolgen und dabei einen Beitrag zum Ziel eines Anderen leisten, ob bewusst und gewählt oder unbewusst.

Also machen wir uns nichts vor – nicht der Vergleich zu Anderen macht uns zu Zielerreichern und bringt uns „Gefolgschaft“, sondern das Erkennen der eigenen Talente und Stärken, um den eigenen Weg zu definieren und zu gehen. Die wirklich Erfolgreichen egal in welcher Branche oder welchem Metier gehen konsequent ihren Weg und vernetzen sich mit anderen in einer Weise, dass jeder an seinen persönlichen Zielen arbeitet und auch das Ziel des Kollegen und der „Organisation“ unterstützt.
Und damit nicht genug – natürlich dienen die Ziele der Organisationen auch der Branche und die der Branche dem gemeinsamen Wirtschaftsraum und so weiter. Nur weil wir aus unserer Ameisenperspektive oft nicht das große Ganze sehen, heißt das nicht, dass wir nicht irgendwo dazugehören respektive etwas Größerem dienen, ob wir es sehen oder nicht.

Auch die vielverwendeten Parallelen zu Sportarten, die einen Gegner haben, sind nicht richtig durchdacht – nicht der Sieg über den Anderen oder Vergleich mit dem Anderen lässt die Fußballmannschaft oder den Sprinter oder den Speerwerfer oder den Rennfahrer trainieren, üben und das Beste geben, sondern die persönlichen Ziele. Und die sind nicht Sieg über den Anderen sondern Essen am Tisch, neues Haus, neues Auto, Geld auf der Bank, finanziell abgesicherte Zukunft, damit mich Mann / Frau interessant findet, und darüber hinaus die Ziele des Vereins oder der Dachorganisation.

Also macht es auch keinen Sinn und ist sogar völlig unproduktiv, die Unterschiede deswegen hervorzukehren, um sich zu vergleichen und den Anderen zu beurteilen oder schlechter zu stellen. Der Andere ist meist ein Teil unseres Erfolges oder zumindest des Erfolges unserer Branche oder eines unserer bewussten oder unbewussten größeren Ziele und Zusammenhänge. Daher ist es wichtig, größer zu denken und die eigene Sache größer zu dimensionieren. Dann könnten wir anfangen, den Beitrag zu sehen den Andere zu unserer gemeinsamen Sache leisten, auch wenn wir sie aus der Ameisenperspektive als Mitbewerb oder Konkurrenten sehen, die uns etwas wegnehmen könnten. Und so entsteht die Mangellüge, aber das ist eine andere Geschichte und die wird ein anderes Mal erzählt.

Christian Tidl

Über Christian Tidl

Christian W. Tidl ist Unternehmer, Wirtschaftscoach, Trainer für persönliches Wachstum und Erfolgscoach, Network Marketing Professional, Autor und Vortragender. Schwerpunkt: Zielplanung, Lebensplanung, Sinnfindung, Unternehmerentwicklung

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